zwei

ZWEI | Marie

Die ersten 48 Stunden („The First 48“ sagen die Amis …) sind bei der Aufklärung eines Kapitalverbrechens am wichtigsten. Deshalb bin ich auch gleich, nachdem der Sack zu war, in mein wohl verdientes Wochenende gegangen. Stress kann tödlich sein und da steh‘ ich mir selbst doch deutlich näher, als so ein versoffener Typ, der nun ausgerechnet in meiner Stammkneipe sterben muss.

Als pflichtbewusster Beamte schlage ich aber natürlich gleich Montagfrüh gegen 11 in der Pathologie auf, um mich über die ersten Ergebnisse zu informieren. Erste Überraschung: der hagere Gerichtsmediziner ist eine Frau. Gar nicht so unattraktiv, wenn sie nicht gerade bis zu den Ellenbogen in einer Leiche steckt. Sie heißt Marie und ist erst seit zwei Monaten in dem Kaff, geschieden Schrägstrich ledig, 38, wohnhaft im Neubaugebiet hinten an der Bahn. Nett, denk‘ ich. Ob ich ihr mal die lokalen „Sehenswürdigkeiten“ zeigen soll, frag‘ ich. Wir verabreden uns für 19 Uhr. Beim Rausgehen fällt mir wieder ein, warum ich überhaupt hier bin.

Womit wir zur zweiten Überraschung kommen.

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