Borgfeld

ÖPNV – Schräger als Fiktion

Stress beim Einstieg. Die Einzelplätze auf der rechten Seite sind beliebt. Niemand kann sich neben dich setzen, dir auf die Pelle rücken. Keiner, den du bitten musst, dich an der Haltestelle rauszulassen. Hinsetzen, Smartphone raus auf 3.

Am Straßenrand steigt ein alter Mann in einen neuen Porsche 911 Carrera. Mit dem Kopf zuerst. Sieht aus, als hätte er Schmerzen. Haltestelle. Keine Schulklasse diesmal, Glück gehabt. An der Ampel nebendran fahren 3 Muttis bei Rot. Da ist der Porsche wieder. Der fährt nicht bei Rot. Aber auch nicht bei Grün. Steht 20 Sekunden an der Ampel – vielleicht ein Herzinfarkt, denke ich. Ein Auto von hinten, Hupen, er lebt noch.

Hauptbahnhof, Bahnsteig B, Wartehäuschen 4 (von vorne gezählt): Sammelplatz für das, was nach jahrzehntelangem Alkoholmissbrauch vom Menschen übrig bleibt. Veltins V+ aus Dosen, Billigbier aus Plastikflaschen. Um 8:45 Uhr.

Der Fettsack steigt ein. 1,40×1,40×180, Schlafanzughose und eine Adidas-Trainingsjacke. Läuft trotzdem wie eine Diva und schmeißt sich auf einen Behindertenplatz. Punkt.

Noch zwei Haltestellen, dann kann ich endlich raus aus diesem Viehtransport.

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